Herr Schnitzler (Name geändert), gelernter Metzger, fand nach einem Unfall durch Begleitung von ACCESS seinen Weg zurück in eine reguläre Beschäftigung.

Wiedereingliederung:

In einem längeren Praktikum bei einem integrativ geführten Restaurant wurde Herr Schnitzler in der Küche eingesetzt.

Nach einer 12monatigen tagesstrukturierenden Maßnahme bei den „Sprungbrettern" e. V. (vom Bezirk Mittelfranken bewilligt) wurde Herr Schnitzler suchtmittelfrei und näherte sich den Anforderungen für den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Er absolvierte eine MAE Maßnahme (1-€-Job) in einer Kantine. Nach 6 Monaten erfolgte die Zuweisung an Access mit dem Ziel der Integration in den ersten Arbeitsmarkt.

Mit Unterstützung der Zeitarbeitsfirma Birkenstock und Kraus in Erlangen konnte zeitnah eine geeignete Stelle für Herrn Schnitzler gefunden werden. Er ist noch heute in Arbeit.

Juni 2008


 

Herr Ludwig (Name geändert), 32 Jahre, lernbehindert, ausgebildeter Fachwerker im Gartenbau. In diesem Beruf tätig bis zu seinem krankheitsbedingten Arbeitsausfall 1997. Nach einer medizinischen Rehabilitationsphase Umschulung zum Lagerarbeiter. Für ca. ein Jahr war Herr Ludwig als Mitarbeiter im Bereich Lager und Logistik bei einer Spedition in Nürnberg eingesetzt.

Kündigung und langanhaltende erfolglose Bewerbungsbemühungen führten bei ihm zu depressiven Verstimmungen und sozialem Rückzug.

Herr Ludwig kam 2005 in unsere Beratung mit dem Wunsch nach einer Vollzeitstelle im Produktionshelfer-, Lager- oder Hausmeisterbereich.

Wiedereingliederung:

Zur Abklärung der körperliche Belastbarkeit von Herrn Ludwig Arbeitserprobung bei zwei Praktika im Hausmeister- und Gartenbereich.

Arbeitserfolge und positiven Rückmeldungen durch die Arbeitgeber bewirkten bei ihm ein neues berufliches Selbstbewusstsein und einen Rückgang der depressiven Verstimmungen.

Mit Unterstützung unseres Fachdienstes wurde eine Stelle bei einem Hausmeisterservice in Erlangen gefunden. Seine hohe Motivation und Zuverlässigkeit brachten Herrn Ludwig einen Vollzeit-Arbeitsvertrag ein. Er wird inzwischen als gleichwertiger Kollege angesehen und geschätzt.

Access steht weiterhin in engem Kontakt zu ihm und der Firma.

Juni 2008


 

Frau Sand (Name geändert), heute 40 Jahre, erkrankte psychisch als junge Erwachsene. Es folgten Studienabbruch und längere Klinikaufenthalte.

In einer betreuten Wohngemeinschaft konnte sie sich stabilisieren. Berufliche Integrationsversuche mit verschiedenen Praktika verliefen zunächst nicht zielführend.

Frau Sand kam 2004 in unsere Beratung mit dem Wunsch nach einer ruhigen, stressfreien Arbeitsstelle. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits eine geringfügige Beschäftigung in einer Buchhandlung, wodurch sie wieder Selbstvertrauen fasste.

Eingliederung ins Berufsleben:

Ein Praktikum in einer großen Buchhandlung wurde gefunden, das sehr positiv verlief. Defizite gab es im Arbeitstempo. Dem Zeitdruck im Weihnachtsgeschäft war Frau Sand nicht gewachsen und verhinderte eine Übernahme. Sie kehrte in ihre geringfügige Beschäftigung zurück.

Die vertraute Umgebung und die Wertschätzung durch Kollegen und Vorgesetzte festigten ihr Selbstbewußtsein. Ihre Medikamentierung ging zurück.

Im September 2007 Teilnahme an unserem Gruppenangebot „Laufbahngestaltung" mit der Perspektive Verkauf in einer Bäckerei. Es erfolgten mehrere Bewerbungsversuche.

Bestehende Betriebskontakte unseres Fachdienstes führten 2007 zu einem Praktikum bei der Firma „Der Beck". Das Praktikum wurde durch Access intensiv begleitet. Es erfolgte eine Übernahme in eine 25 Stundenstelle. Unser Fachdienst übernahm die Bearbeitung aller erforderlichen Anträge. Frau Sand ist jetzt täglich 5 Stunden beschäftigt, ihr gesundheitlicher und psychischer Zustand sind stabil. Wir stehen weiterhin in regelmäßigem Kontakt mit ihr und dem Filialleiter.

Juni 2008


 

Herr Aziz (Name geändert) ist körperbehindert und kam 1997 als Jugendlicher mit seiner Familie aus Algerien. Nach erfolgreichem Asylverfahren konnte er seine abgebrochene Schulbildung wieder aufnehmen und erreichte an der Schule für Körperbehinderte in Nürnberg den Qualifizierten Hauptschulabschluss.

Herr Aziz wurde seit der 8. Klasse durch Access berufsorientierend begleitet. Er entschied sich die Mittlere Reife zu machen, deren Abschluss er erfolgreich bestand.

Es erfolgte Beratung zu den möglichen Ausbildungsberufen, Hilfe bei Bewerbungen, Beratung der Betriebe über Zuschüsse für die Gestaltung eines barrierefreien Arbeitsplatzes etc...

Durch unseren Fachdienst wurden zunächst Praktika in verschiedenen Betrieben für ihn gefunden und schließlich ein Ausbildungsplatz zum Kaufmann für Bürokommunikation beim „Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V." in Erlangen.

Vor wenigen Monaten konnte Herr Aziz seine 3jährige Ausbildung erfolgreich abschließen und wurde vom Betrieb übernommen.

September 2008


 

Beispiel für eine gelungene Begleitung von der Schule ins Berufsleben


Thomas S. (Name geändert) ist zu Beginn der Integrationsbegleitung Schüler eines Förderzentrums für geistige Entwicklung in Nürnberg. Er besucht die 11 Klasse der Berufsschulstufe und hat 2 Schuljahre Zeit sich beruflich zu orientieren. Lehrer der Schule schlagen ihn für die Teilnahme am Projekt „Aktion Berufsstart“ vor.

Thomas ist zu Beginn der Begleitung 18 Jahre alt und hat eine Lernbehinderung, damit verbunden sind Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. Er ist ein freundlicher, aber sehr zurückhaltender junger Mann. In der Innenstadt von Nürnberg ist Thomas  mobil und kennt sich nach einiger Übung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus. 

Für die Mutter ist es wichtig, dass Thomas  nach der Schule eine Beschäftigung bekommt, die ihm Spaß macht und mit der er etwas Geld verdient und dies – wenn möglich - in einem Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarkts. Sie unterstützt ihren Sohn.

Während einer Phase des „Kennenlernens“ versuchen wir mit Methoden der Persönlichen Zukunftsplanung seine Interessen und Fähigkeiten herauszuarbeiten. Thomas selbst hatte noch wenig konkrete Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft und hat außer in der Werkstatt für behinderte Menschen, in die er nicht will, noch keine Praktika gemacht.  

Über 2 Schuljahre hinweg wird Thomas von Access begleitet und absolviert dabei vier Langzeitpraktika in verschiedenen Betrieben. Ziel ist es, den passenden Arbeitsbereich für Thomas  zu finden.  Ein erstes Praktikum macht Thomas  bei einem Baumarkt. Thomas ist von Anfang an zuverlässig und pünktlich und zur Arbeit motiviert. Problematisch ist zunächst seine zurückhaltende Art, die auch dazu führt, dass er keinen Kontakt zu Kollegen aufnimmt und wenig nachfragt. Im Rahmen des job-coaching arbeiten wir daran. Dann macht Thomas zwei Praktika in Autohäusern, da dies sein Wunscharbeitsbereich ist. Die Praktika laufen gut, eine Anstellung ist aber nicht möglich, eine eher frustrierende Erfahrung für ihn.  

Im letzten Schulhalbjahr 2007 finden wir einen Betrieb in Nürnberg, der einen Versand- und Lagerhelfer sucht. Thomas  ist zunächst nicht begeistert, lässt sich aber darauf ein. Er arbeitet von Anfang an gut, er ist zuverlässig und ausdauernd und kann schnell mit dem gewünschten Tempo mithalten. Die Arbeitserfolge und positiven Rückmeldungen durch den Arbeitgeber bewirken bei Thomas, dass er selbstbewusster wird und sich nun auch sozial in den Betrieb integriert.

Nach 4 Monaten Praktikum wird Thomas  aufgrund seiner guten Arbeitsleistung in dem Betrieb angestellt.

Damit hat er zum Ende der Schulzeit eine Anstellung gefunden. Thomas  arbeitet weiter gut und selbständig und ist inzwischen sehr gut im Betrieb integriert. Access steht weiterhin im Kontakt mit der Firma. 

 

Das Beispiel zeigt, dass Menschen mit Behinderungen mit intensiver Unterstützung das Ziel erster Arbeitsmarkt erreichen können.