Herr Sch. ist gelernter Metzger und arbeitete 11 Jahre in verschiedenen Betrieben unter zum Teil großen körperlichen Anstrengungen. Dann folgte ein Wechsel der Beschäftigung. Herr Sch. arbeitete 10 Jahre im Tiefbau und als Steinhauer.

Nach einem schweren Unfall und langjähriger Arbeitslosigkeit erfolgte berufliche Neuorientierung. Über den Kostenträger BA nahm Herr Sch. 2005 Kontakt zu unserem Fachdienst auf. Da neben den bestehenden körperlichen Einschränkungen noch eine Suchtproblematik bestand, galt es zunächst diese in den Griff zu bekommen.

Gemeinsam mit dem Kunden wurden verschiedene Möglichkeiten der stufenweisen

Wiedereingliederung besprochen. Es folgte ein längeres Praktikum bei den „Sprungbrettern" im Verein Dreycedern. Herr Sch. wurde in der Küche eingesetzt und ihm gelang es nach einigen Rückfällen eine Stabilisierung zu erzielen.

Vom Bezirk Mittelfranken wurde eine tagesstrukturierende Maßnahme bei den "Sprungbretter" e.V. für 12 Monate bewilligt. In diesem Rahmen konnte sich Herr Sch.wie der langsam den Anforderungen eines Arbeitsalltages nähern und Suchtmittelfrei werden.

Nach einem Jahr fühlte sich Herr Sch. gefestigt und in der Lage die ersten Schritte in Richtung allgemeinen Arbeitsmarkt zu unternehmen. Er absolvierte eine MAE Maßnahme (1 € Job in einer Kantine). Der Verlauf war positiv, so dass nach 6 Monaten die Zuweisung zu Access gGmbH mit dem Ziel der Integration in den ersten AM erfolgte.

Herr Sch. nahm an unserem Gruppenangebot teil und konkretisierte seinen Wunsch wieder unabhängig von öffentlichen Leistungen zu leben. Mit Unterstützung der Zeitarbeitsfirma Birkenstock und Kraus in Erlangen konnte zeitnah eine geeignete Stelle für Herrn Sch. gefunden werden. Herr Sch ist noch heute in Arbeit.

Juni 2008


Herr L., 32 Jahre, leidet seit seiner Jugendzeit an einer Lernbehinderung. Über das Berufsausbildungswerk Mittelfranken (BAW) in Nürnberg mit der Berufsschule zur individuellen Lernförderung absolvierte Herr L. die Ausbildung zum Fachwerker im Gartenbau. In diesem Beruf arbeitete er bis zu seinem krankheitsbedingten Arbeitsausfall 1997, an den sich eine medizinischen Rehabilitationsphase und die Umschulung zum Lagerarbeiter anschloß. Für ca. ein Jahr war Herr L. als Mitarbeiter im Bereich Lager und Logistik bei einer Spedition in Nürnberg eingesetzt.

Nach der Kündigung begann für Herrn L. ein langwieriger Weg der beruflichen Perspektivenplanung. Herr L. konnte über einen längeren Zeitraum keine Erfolge in seinen Bewerbungsbemühungen verzeichnen, was bei ihm zu depressiven Verstimmungen und sozialem Rückzug führte.

Herr L. kam 2005 in unsere Beratung mit dem Wunsch nach einer Vollzeitstelle im Produktionshelfer-, Lager- oder Hausmeisterbereich.

Um die derzeitige körperliche Belastbarkeit von Herrn L. abzuklären, akquirierte Access zur Arbeitserprobung zwei Praktika im Hausmeister- und Gartenbereich.

Herr L. stabilisierte sich durch diese von Access begleiteten Tätigkeiten und die damit verbundene Tagesstruktur deutlich. Die Arbeitserfolge und positiven Rückmeldungen durch die Arbeitgeber bewirkten bei Herrn  L., dass er sich ein neues berufliches Selbstbewusstsein erarbeiten konnte. Auch ein Rückgang der depressiven Verstimmungen konnte dadurch erreicht werden.

Nach der Stabilisierung wurde mit Unterstützung unseres Fachdienstes eine Stelle bei einem Hausmeisterservice in Erlangen gefunden.

Wie obige Fallschilderung zeigt, kann dieser Prozess oft Jahre der Stabilisierung in Anspruch nehmen. Das durchaus beachtliche Ergebnis, das am Ende dieses Prozesses steht, ist jedoch der unbefristete Arbeitsvertrag für eine Vollzeitstelle. Damit kann Herr L. den eigenen Lebensunterhalt selbständig bestreiten, was eine deutliche Verbesserung de Lebensqualität mit sich bringt.

Dies Beispiel belegt, dass Menschen mit Behinderung durch fachliche Unterstützung in der Lage sind, die Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes zu erfüllen. Aufgrund der hohen Motivation und Zuverlässigkeit von Herrn L. konnte ein Vollzeit-Arbeitsvertrag erwirkt werden und wird inzwischen als gleichwertiger Kollege angesehen und geschätzt.

Access steht weiterhin in engem Kontakt zu Herrn L. und der Firma.

Juni 2008


Frau S., heute 40 Jahre, war als junge Erwachsene psychisch erkrankt. Sie musste damals ihr Studium abbrechen und es folgten mehre längere Klinikaufenthalte.

Im Anschluss daran wohnte sie für längere Zeit in einer betreuten Wohngemeinschaft und konnte sich dort wieder stabilisieren. Mit Unterstützung eines Fachdienstes wurden immer wieder Integrationsversuche mit verschiedenen Praktika unternommen, die zunächst nicht zielführend verliefen.

Frau S. kam 2004 in unsere Beratung mit dem Wunsch nach einer ruhigen, stressfreien Arbeitsstelle. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits eine geringfügige Beschäftigung in einer Buchhandlung. Hier arbeite sie täglich 3 Stunden und bekam wieder Selbstvertrauen und Mut.

Nach mehren Einzelgesprächen begann sie sich wieder für eine umfangreiche Teilzeitstelle zu bewerben. Es konnte ein Praktikum in einer großen Buchhandlung gefunden werden  Das Praktikum verlief sehr positiv. Defizite gab es im Arbeitstempo.

Das Weihnachtsgeschäft mit enormem Zeitdruck verhinderte eine Übernahme. Ihre persönliche psychische Situation war noch nicht stabil genug. Sie kehrte zunächst in ihre geringfügige Beschäftigung zurück.

In der vertrauten Umgebung erfolgte eine weitere Festigung ihres Selbstvertrauens, beigetragen hat dazu auch die Wertschätzung durch Kollegen und Vorgesetzte. Ihre Medikamentierung wurde zunehmend günstiger. Ihr Leben wurde zunehmend eigenständiger.

Im September 2007 nahm sie mit Hilfe unseres Fachdienstes einen neuen Anlauf. Durch die Teilnahme an unserem Gruppenangebot „Laufbahngestaltung" ergab sich der Bereich Verkauf in einer Bäckerei als Perspektive.

Es erfolgten mehrere Bewerbungsversuche. Bestehende Betriebskontakte unseres Fachdienstes führten zunächst zu einer Praktikumsmöglichkeit bei der Firma „Der Beck". Das Praktikum wurde durch Access intensiv begleitet. Aufgrund ihrer Entwicklung erfolgte eine Übernahme in eine 25 Stundenstelle. Unser Fachdienst übernahm die Bearbeitung aller erforderlichen Anträge. Frau S. ist jetzt täglich 5 Stunden beschäftigt, ihr gesundheitlicher und psychischer Zustand sind stabil. Wir stehen weiterhin in regelmäßigem Kontakt zu Frau S. und dem Filialleiter.

Das Beispiel zeigt, dass es oft Jahre dauern kann bis Menschen mit einer Behinderung in der Lage sind den Anforderungen des Arbeitsmarktes gewachsen zu sein.

 Juni 2008

 



Herr K., 35 Jahre alt, kam 2005 zum Beratungsgespräch zu Access gGmbH. Zu diesem Zeitpunkt lebte er in einer therapeutischen Wohngruppe und war auf dem Weg sich privat und beruflich zu qualifizieren und stabilisiert.

Herr K. hat eine angeborene Lippen-Gaumenspalte was viele Operationen erforderlich machte. Zu Beratungsbeginn war er 2 Jahre drogenfrei, psychisch stabil und fühlte sich in der Lage eine Ausbildung zu absolvieren.

In seiner Heimat besuchte er das Gymnasium was in Deutschland nur dem mittleren Bildungsabschluss gleichgestellt wurde.

Sein Berufsziel war die Umschulung zum Web Designer.

Nach einer bestandenen Aufnahmeprüfung konnte über den Rehaträger eine Umschulung bewilligt werden.

Nach 9 Monaten wurde die Umschulung mit der Note 2 abgeschlossen.

Mit Unterstützung unseres Fachdienstes konnte ein längeres Praktikum in einer Werbeagentur erzielt werden. Leider führte dies zu keiner Übernahme, jedoch ergab das Praktikum eine sehr gute Rückmeldung bezüglich der Motivation und Eignung für diesen Beruf.

Nach einigen Monaten der Arbeitslosigkeit entschied sich Herr K. zur Vollausbildung zum Mediengestalter. Die Ausbildung dauert 2 Jahre und wird 08.2009 abgeschlossen.

Juni 2008

 

 


Mein Weg ins Berufsleben

Ich bin Abdelmalek und bin in Algerien geboren. Zu Beginn des Jahres 1997 kamen ich und meine Mutter aus Algerien nach Deutschland, u. a. aufgrund meiner Behinderung.

Nach Monaten des Asylverfahrens und des Kämpfens für einen Verbleib in Deutschland konnte ich die Schule, die ich in Algerien abbrechen musste, hier fortsetzen. Aufgrund meiner Behinderung kam ich  in die Schule für Körperbehinderte in Nürnberg. Die Schule half mir gleich die deutsche Sprache schnell zu erlernen, so dass mein Weg für die Bildung in Deutschland geebnet war.

So habe ich schließlich den Qualifizierten Hauptschulabschluss erreicht. Da ich dies so gut geschafft hatte, wollte ich einen höheren Abschluss machen. Durch die Beratung von Access erfuhr ich, dass es die Möglichkeit gibt, die Mittlere Reife innerhalb eines Schuljahres, in der 10. Klasse zu machen und entschied mich für diesen Weg. Es war zwar ein hartes Stück Arbeit aber es hat sich gelohnt. Ich kann jedem nur empfehlen, sich für einen höheren Schulabschluss anzustrengen.  

Schon in der 8. Klasse wurde ich durch Access begleitet, es folgten erste Praktika in verschiedenen Betrieben, die Access für mich fand. Es fand eine umfangreiche Beratung und Unterstützung statt, bis ich endlich meine Ausbildung antreten konnte.

Dazu gehörte: Beratung bei den Berufszielen und zu den möglichen Ausbildungsberufen,  Hilfe bei der Gestaltung und Formulierung der Bewerbung, Beschaffung von nötigen Bewerbungsadressen,  Beratung der Betriebe über Zuschüsse für die Gestaltung eines barrierefreien Arbeitsplatzes etc..

Mit meiner damaligen jugendlichen Unwissenheit und meines Leichtsinns bezüglich meiner Zukunft nach der Schule, war Access eine willkommene und erfolgreiche Hilfe.

Nach Monaten des Bewerbens wurde ich von Access an das „Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter e.V." in Erlangen vermittelt. Dort konnte ich meine dreijährige Ausbildung als „Kaufmann für Bürokommunikation" beginnen.

Vor einigen Monaten konnte ich meine Ausbildung erfolgreich abschließen und vom Betrieb übernommen werden. Ich bedanke mich für die erfolgreiche Vermittlung durch Access und den erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben und hoffe, dass Access mir weiterhin  für die Zukunft zur Seite steht.   

September 2008